Update #6

Update #6 Gili Nanggu, Gili Gede, Kuta Lombok, Komodo Boat Trip, Flores


Nicht jeder Tag einer Reise sollte ein Reisetag sein. Es ist wichtig, auch einfach mal zwei bis drei Nächte an einem Ort zu verweilen. Das hat zum einen den Vorteil, nicht jeden Morgen seinen Rucksack packen zu müssen. Zum anderen kann man den Ort, an dem man sich länger aufhält, detaillierter kennenlernen.

Genau dies taten Sara und ich während unserer letzten gemeinsamen Tage. Auf der kleinen Insel Gili Nanggu, gelegen vor der Süd-West-Küste Lomboks, kurierten wir den Muskelkater aus, der sich nach der Wanderung auf dem Mount Rinjani bei jedem Schritt bemerkbar machte. Auf dieser Insel waren wir mit zwei anderen Gästen und dem Personal des Hotels allein. Zwar ist Lombok im Vergleich zu der Nachbarinsel Bali deutlich weniger stark besucht, doch das Erdbeben 2018 hat hier bemerkbare Auswirkungen auf den Tourismus.

Auf der nahe gelegenen Insel Gili Gede unternahmen wir einen Angelausflug. Mehrere Stunden verbrachten wir mit einem erfahrenen lokalen Fischer auf See. Von den ca. 25 gefangenen Fischen wurden uns am Abend fünf davon traditionell zubereitet.

Es war abzusehen, dass die gemeinsame Reise mit Sara ein Ende nehmen wird und ich allein weiterreisen werde. Während Sara nach Bali zurückfuhr, um von dort aus zurück nach Deutschland zu fliegen, verbrachte ich zwei Tage in Kuta Lombok. Die Küste dort ist sehr spektakulär. Abends wurde ich von Familien zum Essen eingeladen.

Allein zu reisen ist etwas Besonderes, das merkte ich schon nach ein paar Stunden, nachdem Sara die Heimreise antrat. Mehr dazu aber später.


Ich hatte von weiteren Reisenden gehört, dass es Organisationen gibt, die Boots-Touren nach Flores anbieten. Und so buchte ich diese Tour. Vier Tage und drei Nächte auf einem Boot von Lombok nach Flores. Die Insel Flores ist mir zuvor nur aus den Biologiebüchern bekannt gewesen und so war ich gespannt darauf, sie zu erkunden. Hier hat bekanntlich eine ausgestorbene Art der Gattung Homo, der Homo floresiensis, gelebt. Die gefundenen Exemplare des Flores Menschen waren nur etwa einen Meter groß. Er wird deswegen auch als Hobbit-Mensch bezeichnet.

Die Route der Boots-Tour verlief nördlich der Insel Sumbawa entlang und müsste schätzungsweise um die 160 Seemeilen lang gewesen sein. Wir stoppten auf einsamen Inseln, schnorchelten, wanderten zu Wasserfällen, badeten, angelten. Es hat Spaß gemacht, sich abends mit den 30 anderen jungen, offenen Backpackern auszutauschen. Das Essen und die Stimmung waren gut. In den vier Tagen auf See ist die Gruppe fest zusammengewachsen. Mit mehreren dieser Gruppe habe ich in den Tagen nach der Tour noch etwas unternommen.


Das Highlight der Tour war der Komodo-Nationalpark: grüne Hänge, weiß-rosafarbene Strände der Inseln inmitten des tiefblauen Meeres. Schnorcheln mit riesigen Mantarochen und stilles Beobachten der gefährlichen Komodowarane, die gerne mal ein kleines Reh verspeisen. Die Beute erlegt der Waran mit Gift, das bei einem Biss übertragen wird. Die Parkguides nutzen einfache Stöcke, um sich selbst und die Touristen vor einem der sehr seltenen möglichen Angriffe zu schützen.

Es war dann fast schon ein bisschen traurig, als die Tour auf Flores endete. Mit Marsden, einem Inder, der in Dubai in einer Bank arbeitet, übernachtete ich im selben Hotel. Als ich mit ihm unterwegs war, musste ich oft lachen. Seine direkte und offene Art auch den Einheimischen gegenüber führte zu vielen lustigen Situationen. Er hat mich herzlich nach Dubai eingeladen, als wir uns am Flughafen auf Flores verabschiedeten.


Leider hatte ich aus Zeitmangel nur einen ganzen Tag auf Flores. Marsden, ein anderer Deutscher und ich erkundeten die Gegend auf dem Motorrad.

Die letzten vier Tage in Indonesien verbrachte ich auf Bali. Da Sara und ich nach der Ankunft aus den Philippinen Bali relativ schnell verließen, hatte ich jetzt noch Zeit, Bali zu sehen. Mehr dazu im nächsten Update.

Wie ich schon erwähnt habe, ist es etwas Besonderes, allein zu reisen. Entscheidungen muss man allein treffen und man „übt“ sich in der Selbstständigkeit. Es ist oftmals so, dass das Reisen mit Freunden in der Regel zur Folge hat, eine Art „geschlossene“ Gemeinschaft zu bilden, in der man sich wohlfühlt. Reist man hingegen allein, so muss man aus dieser „Komfortzone“ raus. Auf meiner Boots-Tour wurde ich dadurch mit vielen neuen Bekanntschaften belohnt. Für Alleinreisende ergibt sich die Notwendigkeit, auf andere Reisende zuzugehen, wenn man sich mit ihnen austauschen möchte.


Das Reisen zu zweit mit jemandem Vertrauten macht gerade am Anfang einer Reise vieles deutlich einfacher. Die ersten 6 Wochen mit Sara zu reisen waren sehr schön, spannend und voller schöner Erlebnisse. Es war sehr gut, den ersten Teil meiner Reise zusammen mit Sara zu unternehmen. Nun gilt es, den zweiten Teil der Reise allein zu bestehen.