Update #7

Update#7 Motorrad Tour auf Bali


Auf dem Rückflug von Flores nach Bali konnte ich die gesamte Strecke, die wir zuvor auf der Tour mit dem Boot zurücklegten, von meinem Fensterplatz aus beobachten.

Von Bali hatte ich bisher nur den touristischen Stadtteil Kuta gesehen. Ich entschied mich, ein Motorrad zu mieten, um die Insel in der Mitte zu durchqueren und an der Nord-Ost Küste zurückzufahren.


Es wird ruhiger, wenn man den Süden der Insel verlässt. Man könnte fast meinen, die Australier, für die Bali das deutsche Mallorca ist, haben die Partymeile in Kuta immer noch nicht verlassen.

Ich merkte, wie angenehm die Temperaturen wurden, als ich die sanften Hänge in Richtung Ubud hochfuhr. Aus Deutschland ist man den Anblick von Weizenfeldern gewöhnt. Deswegen war es für mich sehr schön und spannend, mal in den Reisterassen rumzulaufen. Die Felder sind von klaren Bächen, Bananenstauden und kleinen Bauernhütten umgeben. Den Jatiluwih Rice Terraces hat sogar Obama letztes Jahr in seinem Urlaub einen Besuch abgestattet.

Nachdem ich die Reisterassen besucht hatte, wollte ich meinen Weg fortsetzen, doch die regelmäßigen Regenfälle im Hochland von Bali zwangen mich, eine Pause einzulegen. Wie gerufen kam da ein Café, das den sogenannten Luwak Kaffee anbietet. Der Besuch bestand aus einer Führung durch einen sehr gepflegten exotischen Kräuter- und Gewürzgarten und der Verkostung verschiedener Kräuter- und Gewürztees inkl. des Luwak Kaffees. Alle Zutaten wie Vanille, Kakao, Kaffeebohnen, Nelken, Zimt, Zitronengras und vieles mehr stammten aus dem zuvor besichtigten Garten. Das Besondere aber war der erwähnte Luwak Kaffee. Für die Herstellung wird ein Fleckenmusang (eine Schleichkatze, auf Indonesisch Luwak) mit frischen Arabica Kaffeekirschen gefüttert. Diese werden von dem Tier halb verdaut und wieder ausgeschieden. Diese Bohnen werden dann geröstet. Das besondere Aroma des Kaffees entsteht also während einer Fermentation der Kaffeebohnen im Magen des Luwaks.

Im Hochland von Bali besuchte ich noch einen Hindutempel. Dort konnte ich die Puja beobachten, ein tägliches Ritual, das von den Hindus abgehalten wird.

Auch unternahm ich auf Bali weitere drei Tauchgänge. Einer davon führte zu dem Wrack der USAT Liberty (US Army Transport). 1942 wurde es von einem japanischen U-Boot angegriffen. Am Strand von Bali wurde es von den einheimischen geplündert. Beim Ausbruch des Vulkans Agung rutschte das Wrack vom Strand in die Balisee.


Nach dem Tauchen hatte ich noch eine dreistündige Motorrad Tour zurück nach Kuta vor mir. Leider war die Tankanzeige meines Rollers kaputt. Mein Gefährt fing an zu stottern und schließlich stand ich ohne Benzin im Nirgendwo. Zu Fuß lief ich ca. einen Kilometer in das nächste Dorf, um dort einen Liter Benzin in zwei kleinen Plastikflaschen zu kaufen. Ich kippte das Benzin in den Tank und fuhr weiter. Nach einer letzten Nacht in Kuta flog ich am nächsten Tag nach Vietnam.

Fazit Indonesien:
Indonesien ist auf jeden Fall eine Reise wert. Es gibt so viel zu entdecken! Auch, weil die Fläche des Inselstaats fünfmal größer ist als die von Deutschland. Die Einheimischen sind sehr freundlich, manchmal sogar etwas zu freundlich. Das Essen ist vielfältig und immer besonderes.

Die indonesische Landschaft ist meiner Meinung nach etwas spektakulärer als die der Philippinen. Besonders die Vulkane bieten atemberaubende Szenerien und man hat das Gefühl, Indonesien ist generell etwas geordneter und organisierter.